Wie ein Erzbischof vor den Kölnern durch einen Tunnel floh…
Heute habe ich gelernt, dass die Kölner ihre Erzbischöfe noch nie mochten. Das war schon im Mittelalter so. Erzbischöfe sind Menschen, die immer so komische Sachen anhaben und nach Weihrauch riechen. Ich habe mal einen gesehen, da hat er Wasser auf uns gespritzt und etwas Komisches gemurmelt, ich glaube das nennt man Latein. Eine sehr alte Sprache, ich habe nämlich nichts verstanden.
Eine berühmte Geschichte ist die von dem Erzbischof Anno II., der im 11. Jahrhundert gelebt hat. Er hat die Kölner einmal sehr geärgert, da er das Schiff eines reichen Kaufmanns aus Köln beschlagnahmen ließ, um seinen Kollegen aus Münster mit Prunk und Gloria nach Hause fahren zu lassen. Aber die Kölner fanden das nicht gut und haben sich zusammen getan. Sie wollten den alten Dom von Köln stürmen und dem Erzbischof mal so richtig zeigen, wie der Hase läuft. Jedoch wussten die Kölner nicht, dass es einen geheimen Gang unter der alten Römermauer gab, durch den er dann aus der Stadt entflohen ist. Laufen konnte er also schon wie ein Hase.
Dieses so genannte Annoloch gibt es heute noch und mein Frauchen hat es heute einigen Schülern gezeigt und erklärt. Man kann sogar von oben hinein schauen. Dort würde ich gerne mal herumschnüffeln, es roch von außen schon sehr, sehr alt. Diese Stadtführung hat mir heute sehr viel Spaß gemacht. Ich mag Kinder, da sie immer mit mir spielen wollen und ich mich immer fühle wie ein Superstar.
Dieser Anno war wohl sehr mächtig und erlangte traurige Berühmtheit dadurch, dass er einst den jungen Kaiser Heinrich IV., der später im Büßergewand über die Alpen nach Canossa ging, um den Papst zu besänftigen, als Kind entführen ließ. Damit hatte der Erzbischof die Macht über das damalige Deutschland.
Bis bald…
Eure Billy, der Stadtführerhund
Schnuff, schnuff