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Römische Kaiser

Götter und Caesarenwahn

Die Caesaren des alten Roms waren eigenwillig, tapfer und wahnsinnig zugleich. Seitdem Caesar die Römische Republik "zerstört" hat, herrschten an der Spitze der Kaiser, unterstützt vom römischen Senat. Denn das alte Rom war sehr traditionsbehaftet. 

Im Folgendem finden Sie eine Auflistung aller Kaiser Roms seit dem goldenen Zeitalter unter Augustus.

Julisch-Claudische Dynastie

Augustus (31-14)

Der augusteische Prinzipat: Augustus erreicht die Beendigung der Bürgerkriege und die Sicherung des Friedens, die Ernährung der hauptstädtischen Bevölkerung und den wirtschaftlichen Wohlstand in Italien und den Provinzen. Die Kornzufuhr nach Rom wird vor allem mit Hilfe Ägyptens befriedigend geregelt. Die Bindungen an Rom und den Prinzeps

äußern sich im Kult für Augustus. Das Heer bildet, neben einem vielfältigen System sozialer Bindungen der Herrschaftsschicht an den Prinzeps, eine zweite Grundlage seiner Macht. Eine charismatische Beziehung zwischen Heer undPrinzeps wird mit dem Vornamen „Imperator“ angestrebt. Der Prinzeps ist allein für die Veteranenversorgungverantwortlich: Sie geschieht zunächst durch Ansiedlung in Kolonien, später durch ein Entlassungsgeld. Seit Augustus ist das römische Heer ein stehendes Berufsheer. Eine besondere Schutztruppe des Prinzeps sind die Prätorianer, deren Garnisonen in Rom und den Städten der Umgebungliegen.

Tiberius (14-37)

Der Stiefsohn des Augustus. Tiberius zog sich später auf die schöne Insel Capri zurück (27), wo er auch starb. In seine Herrschaft fällt der Prozess und die Hinrichtung Jesus (30 n. Chr.).

Gaius Caligula (37-41)

Caligula (Soldatenstiefelchen ist sein Spitzname) war für seine Exzentrik bekannt. Er ernannte ein Pferd zum Konsul und sollte zu seinen Geschwistern Agrippina, Drusilla und Iulia ausschweifende sexuelle Verhältnisse gehabt haben. Seine Schwester Drusilla behandelte er zeitweise wie seine eigene Frau, sogar bei öffentlichen Anlässen.

Er wird von der Prätorianergarde ermordet.

Claudius (41-54)

Als einziger noch lebender Angehörige des julisch-claudischen Hauses wurde er unmittelbar nach der Ermordung des Gaius erheben die Prätorianer dessen Onkel, Tiberius Claudius Nero Germanicus (*10 v. Chr. in Lugdunum, †54 n. Chr.) auf den Thron. Claudius galt als leicht kauzig und manche behaupten, er wäre leicht geistig behindert gewesen. Allerdings verfasste er über 60 Bänder über die Geschichte seiner Zeit, über die Karthager und die Etrusker. Stets stand er unter großem Einfluss seiner Ehefrauen. Zunächst. Messalina und später Agrippina die Jüngere.1

Nero (54-68)

Nero läßt seine Mutter Agrippina, die Gründerin der CCAA ermorden (59) und zündet Rom an(64 n. Chr.). Für den Brand wurden die Christen verantwortlich gemacht und deswegen grausam bestraft. Die wachsende Opposition gegen Nero, die auch philosophisch begründet wird, gipfelt in der Pisonischen Verschwörung (65). Die Verschwörung wird entdeckt, C. Calpurnius Piso mit vielen anderen hingerichtet, der berühmte Philosoph, Dichter und Politiker Seneca zum Selbstmord gezwungen. Das Morden geht auch im folgenden Jahr weiter. Nero wird später zum Staatsfeind erklärt und tötet sich selbst. Damit ist die iulisch-claudische Dynastie erloschen.

Das Vierkaiserjahr (68-69)

Galba, Otho, Vitellus, Vespasian

Damit ist die iulisch-claudische Dynastie erloschen. In dieser Krise des Reiches, die in kurzer Folge vier Kaiser hervorbringt (Vierkaiserjahr), fällt die endgültige Entscheidung aufgrund der militärischen Macht in den Provinzen.Die Truppen Ägyptens rufen den mit dem Krieg gegen die Juden beauftragten T. Flavius Vespasianus zum Kaiser aus.

Die Flavier (69-96)

Vespasian wird Kaiser (69-79)

Vespasiangewinnt ein gutes Verhältnis zur römischen Aristokratie. Seine Hauptleistung liegt darin, dass er die Reichsverwaltung weiter ausbaut. Titus und Domitian, die Söhne Vespasians, werden „Caesares“ und „principes iuventutis“. Einnahme und Zerstörung Jerusalems durch Titus. In seine Regierungszeit fällt der Bau des Flavischen Amphitheaters (Colosseum).

Tod Vespasians (23. Juni). Sein Sohn Titus (* 39 in Rom, † 81) setzt in jeder Beziehung die Politik seines Vaters fort.

Ein weiteres markantes Geschehen jener Zeit war im Jahr 79 n. Chr. der Ausbruch des Vesuv. Die Pompeii und Herculaneum werden zerstört.

 

Adoptivkaiser (96-192 n. Chr.)

Trajan (98-117)

Hadrian (117-138)

Marcus Aurelius (161-180)

 

 

Die Severer (193-235)

Septimus Severus (193-211)

 

Soldatenkaiser (235-284)

In den 50 Jahren zwischen 235 und 285 regieren 22 Kaiser, zum Teil jeweils nur für wenige Monate. Sie werden fast durchweg von den Legionen erhoben. Das ist ein Ausdruck der Reichskrise, die im 3. Jh. alle Lebensbereiche erfasst. Die Kaiser reagieren auf die dauernde Geldnot durch Verschlechterung des Geldes. Trotz erhöhten Soldes werden Geldzahlungen an Soldaten praktisch wertlos. Die Folge ist ein Übergang zu naturalwirtschaftlichen Verhältnissen.

 

Decius (249-251)

Seit Decius versuchen die Kaiser, durch eine Aktivierung der alten römischen Religion die Einheit des Reiches neu zu beleben. Um die Unterstützung der Götter zu gewinnen, wird von allen Reichsbewohnern der Kult für die traditionellen Götter verlangt. Folge dieser Religionspolitik sind die ersten allgemeinen Christenverfolgungen.

 

Spätantike:

Diolektian (284-305)

 

Dieser Herrscher führte die Tetrarchie (Viererherrschaft) ein.2 Unter Diokletian fand eine sehr brutale und langjährige Christenverfolgung statt, die erst wieder unter Konstantin aufgehoben wurde.

 

Konstantin der Große [Flavius Valerius Constantinus] (324-337)3

Konstantin führte die Religionsfreiheit ein. Er selbst ließ sich in Rom zum Christen taufen. Nach der Legende befreite ihn der Papst von einer schlimmen Krankheit (Aussatz). Danach konvertierte er vom Heiden- zum Christentum und stellte fortan sein Reich und sein Banner unter die Gnade des Christengottes, dem er seine Siege zuschrieb.

 

 

Historische Betrachtungen:

Die Hohe Kaiserzeit

Nach der Errichtung der Diktatur auf Lebenszeit durch Caesar und nach seiner Ermordung (44 v. Chr.) beherrschten schwere Konflikte die politische Bühne Roms. Der Militärpotentat Octavian, Caesars Adoptivsohn, setzte sich gegen seinen Kontrahenten Marcus Antonius durch.4 Nachdem Octavian durch die Schlacht von Actium (31 v. Chr.) die alleinige Macht im Römischen Reich errungen hatte, ging er daran diese Alleinherrschaft mit den Regeln und Normen der res publica zu verbinden. Dies war garantiert keine leichtes Vorhaben, jedoch erreichte er das, indem er den Senat formell und die Senatoren in der Praxis an der Verwaltung des Reiches und dem Kommando über die Truppen beteiligte, sich an die Struktur des Klientelwesen hielt und sich selbst mit einer religiösen Aura umgab. Alles war in seinem neuen Namen Augustus und in seiner Bezeichnung princeps verkörpert. So konnte es zwar keinen Zweifel daran geben, dass der Staat unter der Herrschaft eines Monarchen stand. Diese Vorherrschaft war allerdings durch die Rücksicht auf die Vorstellungen der wichtigsten Gruppen im Reich (Senatsadel, Ritterstand, Heer und Soldaten, Plebejer) so geregelt, dass sie für gewöhnlich akzeptiert wurde. Für die Provinzen und die Masse der dort lebenden Untertanen, die gerade aus der ausgehenden Republik stark ausgebeutet worden waren, bot die Herrschaft der Kaiser viele Vorteile. Die Städte hatten weitgehende Autonomie und der Druck der Besteuerung war nicht mehr so hoch. Zunehmend fühlten sich auch die Untertanen der zahlreichen Provinzen als Römer.5

Das System blieb über Jahrhunderte hinweg im Wesentlichen stabil, nur gelegentliche, dann aber besonders brutale Bürgerkriege (68/69 und 193-197 n. Chr.) zeigten, dass seine eigentliche Grundlage die Militärdiktatur war. Deshalb versuchten Herrscher immer wieder, dem Regime eine eigene Legalität und somit dauerhafte Akzeptanz zu verschaffen:

Augustus hatte vor allem durch Adoptionen seine Nachfolge langfristig zu regeln versucht. (Julisch-claudische Kaiserhaus 14-68 n. Chr.).

Die Flavier (69-96 n. Chr.) stützten sich auf das Prinzip der dynastischen Erbfolge. D.h. die Macht wurde von dem Vater auf den Sohn vererbt.6

Die so genannten Adoptivkaiser (96-192 n. Chr.) setzten dagegen das Prinzip der Adoption, das sie mit der griechischen Staatsphilosophie entstammenden Idee der Auswahl des besten bzw. der Herrschaft des Besten verbanden. In der Tat wurde dieses „humanitäre Kaisertum“ dank fähiger Kaiser wie Trajan, Hadrian und Mark Aurel weitgehend akzeptiert.7

Die Severer (193-235 n. Chr.) stützten sich über den Grundsatz der Erbfolge auch noch auf neue und immer populärer werdenden religiösen Vorstellungen von einem sehr mächtigen Gotts – es war Sol der Sonnengott.

Nach der Ermordung des letzten Severers drohte das Römische Reich im Chaos zu versinken: Immer wieder riefen Truppen ihre Befehlshaber zu Kaisern aus. Niemand der so genannten Soldatenkaiser (von 235-284 n. Chr.) erreichte eine dauerhafte Anerkennung. Zu den Kriegen im Inneren kam die außenpolitische Bedrohung an den meisten Grenzzonen hinzu:

Im Norden gerieten germanische Stämme in Bewegung und besetzten erstmals auf Dauer Teile des Reiches. Vor allem erwuchs dem Imperium in Gestalt des reorganisierten Perserreiches unter der Dynastie der Sassaniden ein ernsthafter Gegner, der ebenfalls der Weltherrschaft anstrebte. Der römische Kaiser, Valerian, ist sogar in persischer Gefangenschaft ums Leben gekommen (260 n. Chr.).

Spätere Versuche die politische Situation im Inneren zu stabilisieren, waren vor allem auf die Religion gestützt. Einerseits wurden die Christen verfolgt, vor allem unter Kaiser Decius in den Jahren 294-251 n. Chr.) und andererseits stiftete z.B. Aurelian (270-275 n. Chr.) eine enge kultische Verbindung mit einem besonders mächtigen Gott, so vor allem mit Sol Invictus, dem unbesiegbaren Sonnengott, der sich mit anderen Gottheiten unteschiedlicher vorstellungskreise, so z.B. mit dem ursprünglichen iranischen Gott Mithras identifiszieren ließ.8

 

Spätantike

Er im Jahre 284 n. Chr. an die Macht gekommene Offizier Diokletian versuchte, das Reich durch die Anwendung von Disziplin und Zwang auf allen Ebenen, auch durch eine systematische Christenverfolgung zu stabilisieren. Da er bei den anderen Generalen und bei den Truppen hohe Autorität genoss, hasste sein System der Tetrachie mit zwei Ober- und zwei Unterkaisern (Augusti und Caesares), eine Zeitlang Bestand. Doch bald kam es wieder zu Kriegen zwischen verschiedenen Truppenteilen und ihren Feldherrn. Einer von diesen, Konstantin, setzte sich in der Schlacht an der Milvischen Brücke (im norden Roms) 312 n. Chr. durch, nachdem er seine Truppen mit dem Symbol der christlichen Religion ausgestattet hatte.

Konstantin sah in dieser Religion offenbar eine geeignete Stütze für die Stabilisierung des Reiches und die Legitimierung seiner Herrschaft. Die Zahl der Christen nahmen schließlich immer mehr zu. Konstantin förderte immer stärker das Christentum. Allmählich setzte sich die Vorstellung durch, dass die Kaiser nach dem Willen Gottes im Reiche regierten. JE mehr sich nun die christliche Religion im Reich ausbreitete, desto intensiver wurde die Bindung der Untertanen an den Kaiser und das Reich. Es lässt sich darüber spekulieren, ob Konstantins Hinwendung zum Christentum reines politisches Kalkül zur Erhaltung seiner Macht darstellte. Hatte Konstantin den Puls der Zeit erkannt und für sich zu nutzen gewusst? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Zurück zu Konstantins Wirken. Konstantin hatte in seiner Regierungszeit unter anderem Teile der Maßnahmen Diokletians fortentwickelt, das Heer und die Reichsverwaltung reorganisiert. Der Druck auf die Städte des Reiches und die einzelnen Untertanen nahm erheblich zu. Durch die Gründung der Stadt Konstantinopel (vorher Byzanz) als zweites Rom gab der Kaiser auch dem Osten des Reiches ein neues Zentrum.

Im Inneren blieb die Situation relativ stabil. Doch die außenpolitischen Verhältnisse verschlechterten sich zunehmend:

Die Konkurrenz des persischen Reiches ließ sich nicht ausschalten. Vor allem wurde, wegen der immer größer werdenden Unruhe der germanischen Stämme (Völkerwanderung), der Druck auf die Nordgrenze des Reiches immer stärker. Nach einer katastrophalen Niederlage gegen die Westgoten bei Adrianopel (378 n. Chr.) musste erstmals die Ansiedlung von Germanen auf römischen Boden innerhalb des Reiches tolerieirt werden. Immer mehr Germanen gelangten in den Heeresdienst und in hohe Offiziersränge.9

Nach dem Tode Kaiser Theodisus’ I., der das Christentum besonders nachhaltig unterstützt hatte (Verbot heidnischer Götterkulte 392 n. Chr.) wurde die Herrschaft im Jahre 395 n. Chr. unter seinen Söhnen Arcadius (Osten) und Honorius (Westen) geteilt. Der Westteil des Reiches brach später unter den Angriffen germanischer Stämme zusammen (476 n. Chr.). Die Germanen übernahmen vieles in der Herrschaftsorganisation von den Römern.

Im Ostteil mit der Hauptstadt Konstantinopel wurde dagegen die Tradition des Reiches bewahrt. Der Kaiser Justinian (527-565 n. Chr.) konnte sogar noch einmal versuchen, die gesamte Reichsgewalt auch im Westen, in Italien, Spanien und Afrika, zur Geltung zu bringen. Diese Restauration war natürlich nicht von Dauer. Das Römische Reich blieb auf auf den Ostteil beschränkt und wurde nunmehr griechisch. Zu sehr hatten sich über die Jahrhunderte hinweg die politischen Bedingungen, die an die Verwaltung und Organisation eines so großen Herrschaftsraumes (fast ganz Europa, die heutige Türkei und Teile Afrikas) geknüpft waren, verändert.

1 Die Gründerin von Köln. Vgl. auch Werner Eck, Agrippina die Stadtgründerin Kölns. Eine Frau in der frühkaiserzeitlichen Politik, Köln 1993.

2 Vgl. Tetrarchie, Lexikon der alten Welt, Bd. 3; Sp. 3019.

3 Vgl. Konstantin I. der Große, LAW (Lexikon der Alten Welt), Bd. 2, Düsseldorf 2001, Sp. 1586-1588.

4 Vielleicht interessant anzumerken, dass der römische Feldherr und Politiker Marcus Antonius (82-30 v. Chr.) nach Caesar der Geliebte von Kleopatra VII. war. Zusammen mit ihr ließ er sich, in der Tradition griechischer Könige, zum Herrscher von Ägypten krönen. Nach seiner Niederlage beging Antonius Selbstmord, ebenso Kleopatra. Als sie über dem Tod und die militärische Niederlage des Antonius erfuhr, ließ sie sich von einer Schlange beißen. So verhinderte sie, dass Ocatavian sie in seinem späteren Triumphzug durch Rom als Beute mitführte. Vgl. dazu German Hafner, Marcus Antonius, Bildlexikon antiker Personen, Düsseldorf 2001, 47f.

5 Zur Entstehung de Augusteischen Prinzipats vgl. Heinz Bellen, Grundzüge der römischen Geschichte, Darmstadt 1994, 162-185.

6 Vgl. Alfred Heuss, Römische Geschichte, 2003 Paderborn, 337-342.

7 Vgl. Ders., Römische Geschichte, 342-351.

8

9 Zu Konstantin vgl. Alfred Heuss, Römische Geschichte, Paderborn 2003, 448-481.