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Ubiermonument

Ältste Steindenkmal Deutschlands

Das erste sicher datierte Bauwerk des römischen Kölns ist das so genannte Ubiermonument. Es stammt aus dem 5. bis 6. Jahr n. Chr. Damit ist es auch das älteste Zeugnis der Römer in Köln.

Mit Ubiermonument sind die Überreste eines aus Steinquadern gebauten Turmes gemeint, der sich genau dort befindet, wo die südliche und östliche Stadtmauer der Römer zusammenlaufen. Die genaue Datierung des Bauwerkes entnimmt man dem Konstrukt selbst. Um für einen stabilen Stand des Turmes zu sorgen, wurde das aus Tuffstein bestehende Monument auf einem Raster von Eichenpfählen erbaut. Dendorchronologische Untersuchungen haben ergeben, dass diese Eichenstämme im Jahre 4. bis 5. n. Chr. gefällt wurden. Mit dem Bau der römischen Stadtmauer wurde jedoch erst einige Jahrzehnte später begonnen, um das Jahr 50 n. Chr. herum. Der Turm wurde also vor der römischen Stadtmauer gebaut, allerdings nie vollendet. Beim Bau der späteren römischen Stadtmauer hat man die Überreste des Turmes mit in den Bau der Mauer integriert.


Ubier- oder Römermonument

Die gesamte Bautechnik des Ubiermonuments weist eindeutig auf die Römer als Urheber hin, zumal das ubische Volk keinerlei Erfahrung mit der Bauweise von Steinbauten besaß. Jedoch heißt es Ubiermonument und nicht Römermonument. Die inzwischen so geläufige Bezeichnung für das Bauwerk, führt den Betrachter und Zuhörer also geradewegs zu den Ubiern.

 

Die Ubier

Die Ubier waren ein germanischer Stamm von der rechten Rheinseite. Laut Tacitus wurden die Ubier im Jahre 18 v. Chr. von Marcus Agrippa, ein enger Vertrauter und der Schwiegersohn des Kaisers Augustus, auf das linke Rheinufer umgesiedelt. Es entstand eine ubische Siedlung, das so genannte "oppidum ubiorum". Eine ubische Siedlung errichtet von den Römern auf einem Hochplauteau an den Ufern des Rheins.


Schon dreißig Jahre vorher traf dieser Stamm auf die Römer. Caesars Krieg gegen die Gallier führte ihn auch an die Ufer des Rheins und so zu den Ubiern. Dieser germanische Stamm ging konform mit dem römischen Eroberern und erhoffte sich von einer Verbindung mit Caesar zu profitieren. Laut Caesar war dieser Stamm kultivierter als die anderen (De bello Gallico). Sie besaßen Schiffe und betrieben Handel. Das sie mit den Römern gemeinsame Sache machten, ließ sie in den Augen der anderen germanischen Völker als Verräter erscheinen. Auch dies wird ein Grund der Übersiedlung auf die linke Rheinseite gewesen sein. Wenn also der römische Historiker Tacitus diese Siedlung als oppidum ubiorum in seinen Werk erwähnt, dann bedeutet das nicht, dass diese Siedlung von Ubiern erbaut wurde, sondern nur, dass sie von ihnen bevölkert wurde und zu einem späteren Zeitpunkt die Verwaltung dieser Siedlung übernahmen. Denn nicht nur die Planung und Art der Anlegung des Ubiermonumentes, sondern auch die Gliederung der Siedlung, ein schachbrettartiges angelegtes (senkrecht und horizontalen sich schneidende Straßen) Straßensystem lassen nur einen Schluss zu.

„Am Beginn der Siedlung, aus der sich der Zentralort des römischen Kölns entwickelte, standen die Römer, nicht jedoch die Ubier."

Der Turm – Bauweise und Fakten:

Als in den Siebziger Jahren ein Haus in der Straße An der Malzmühle erbaut werden sollte, erkannten und nutzten die Archäologen die einmalige Gelegenheit, die südöstliche Ecke der römischen Stadtmauer zu untersuchen. In der Erwartung einfache Mauerreste und Fundamente zu finden, entdeckte man in der 10 Meter tiefen Baugrube ebenso das Ubiermonument. Auf einem Rost (10,90 m x 10,60 m) aus 2 m langen Eichenpfählen, jeweils mit einem Durchmesser von 16 cm, setzten die Bauherren eine Fundamentplatte aus dem bekannten römischen Zement - opus caementicium. Darüber errichtete man einen Turm mit Tuffquadern aus den Brüchen des Brohltales. Erwähnenswert ist die saubere und ordentliche Bearbeitung einiger Quader auf der nördlichen Sichtseite des Monumentes. Sie sind von glatter Oberfläche und sehr sorgfältig behauen worden. Andere unbehandelte Steinquader sind ein eventueller Hinweis darauf, dass der Turmbau nicht vollendet wurde. Zu sehen sind alle vier Seiten des Monumentes sowie Teile der östlichen und südlichen Stadtmauer. Die Mauer läuft im stumpfen Winkel zusammen und schließt an der Nord- und Westseite des Turmes an. Die Nordwand des Ubiermonumentes besteht aus einem 1,50 m hohen Sockel aus drei Schichten Tuffquadern, der auf der bereits erwähnten Fundamentplatte steht. Darüber beginnen um 20 cm nach hinten versetzt 9 weitere Schichten von 50 cm hohen Steinblöcken. Diese sind mörtellos und sehr präzise aufeinander gesetzt worden, verbunden nur mit Metallklammern. Am oberen Rand der Nordwand des Monumentes sieht man zwei Quaderreihen, die vermutlich bei dem Einbau eines neuen Kellers zurück gehauen und verputzt wurden.

Die römisch Stadtmauer besaß ein Fundament von ca. 3 m. An der rheinseitigen Stadtmauer ist das Fundament genau zu sehen. Ein waagerechter Absatz trennt die beginnende Mauer von dem Fundament. Die obere Mauerschale ist um 25 cm zurückgesetzt. Typisch für die Stadtmauer sind die kleinen Grauwackequader. In der fünften Quaderschicht über dem Absatz ist der Auslass eines Abwasserkanals zu sehen. Bis auf einen sichtbaren Spalt wurde dessen Öffnung mit Steinen verschlossen. Das Straßenniveau innerhalb der Mauer lag über dem Kanalscheitel. Die Stadtmauer wurde in voller Höhe an den Turm angebaut. Die Fuge verläuft dabei den Umrisslinien der Turmquader. Im Gegensatz zu der Rheinmauer im Osten ist an der südlichen Stadtmauer das Fundament mit dem typischen stufenartigen Sockelabschluss ungewöhnlich hoch. Der Betonkern der Mauer ist gut sichtbar. Die Mauerschale der Feldseite fehlt. Die Südseite des Monumentes ist bis auf wenige Steinquader nicht erhalten. Vor der Süd-West Ecke sind die Überreste eines späteren Brunnens zu sehen. Im Innern war das Ubiermonument mit opus caementicium aufgefüllt. Die sorgfältig behauenen und exakt geschlossenen Steinquader der Sichtseite sind auf ihrer Rückseite von unterschiedlicher Länge und in Ihrer natürlichen Form belassen. Von der Ostwand des Ubiermonumentes ist nur der nördliche Teil erhalten. Dort wo der Turm mit seiner Kante endet, schließt er an mit der östlichen Stadtmauer. Der Austritt zum Rhein des Abwasserkanals ist hier deutlich zu sehen.